. Gemeinde Fridolfing

Salzachklinik Fridolfing im Detail

20.09.2018

Alarm im Darm – Vortrag ein voller Erfolg

Dr. Gotthardt während des Vortrags

Dr. Gotthardt während des Vortrags

Am Donnerstag, den 13. September 2018, fand in der Cafeteria der Salzachklinik Fridolfing ein Vortrag zum Thema "Alarm im Darm" - Laktoseintoleranz statt. Den Vortrag hielten der Internist und Gastroenterologe Dr. med. Matthias Gotthardt und die Ernährungsberaterin der Salzachklinik Maria Stadler.

Im medizinischen Teil des Vortrags erklärte Dr. Gotthardt den 40 Besuchern die Ursachen für Laktoseintoleranz. So verfügen die Betroffenen über zu wenig Laktase im Körper, welches für die Spaltung des Milchzuckers - also der Laktose - zuständig ist. Dr. Gotthardt zeigte außerdem auf, mit welchen Symptomen sich die Laktoseintoleranz bemerkbar macht und erklärte die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Funktioniert die Spaltung der Laktose nicht richtig, wandert die Laktose in den Dickdarm und bildet dort Gase. "Die sind nicht so geruchsarm", so Gotthardt mit einem Augenzwinkern. Zudem können Sie zu Bauchkrämpfen, Überblähung und gar bis zu Diarrhoe mit Übelkeit und Erbrechen führen. Mit Laktase-Tabletten oder einer Nahrungsumstellung kann man dem jedoch entgegenwirken.

Im zweiten Teil des Vortrags erklärte Frau Stadler, in welchen Produkten Laktose vorkommt: Milch, Sahne, Käse, Butter oder Joghurt. Dabei zeigte sie an einer anschaulichen Tabelle, wie hoch der Laktosegehalt einzelner Milchprodukte ist. Bei einer Menge von 100 g enthält Frischmilch ca. 5 g hingegen Butter nur etwa 0,7 g Milchzucker. Sehr viel Milchzucker ist in Milchpulver mit 31 g bis 51 g enthalten. Meistens vertragen Personen, die an Laktoseintoleranz leiden, dennoch kleine Mengen an Milchzucker. In der Regel werden Lebensmittel, die Laktosegehalte unter 0,5 g pro 100 g Produktgewicht aufweisen, vertragen. Bei Produkten wie Süßwaren, die mitunter hohe Laktosegehalte haben, sollten jedoch laktosefreie Alternativen gewählt oder Lactase-Enzyme eingenommen werden.
Maria Stadler wies außerdem darauf hin, dass es auch versteckte Laktosequellen zu beachten gilt. Zum Beispiel ist in verschiedenen Wurstsorten, wie Salami oder Kochschinken, und vielen Fertigsoßen Milchzucker enthalten. "Wer jedoch ganz auf Milch verzichtet, dem fehlt unter Umständen Kalzium", so Frau Stadler. Deshalb gab sie Tipps für Alternativen: "Brokkoli, Grünkohl oder Spinat enthalten viel Kalzium."
Laktose-Unverträglichkeit hat bei Betroffenen oft eine unterschiedliche Ausprägung. Mit einem Ernährungstagebuch kann sich jeder an laktosehaltige Produkte herantasten und austesten, in wie weit er diese noch verträgt.

Im Anschluss an den Vortrag beantworteten Dr. Gotthardt und Frau Stadler ausführlich alle Fragen der interessierten Zuschauer.