. Gemeinde Fridolfing

Salzachklinik Fridolfing im Detail

23.11.2018

"Schlaflos durch die Nacht" – Gut besuchter Vortrag in der Salzachklinik

Ein Dankeschön für Frau Ohlendorf

Ein Dankeschön für Frau Ohlendorf

Die Besucher des Vortrags

Die Besucher des Vortrags

Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge hatte die Salzachklinik Fridolfing erneut zu einem Vortrag eingeladen. Referentin war Frau Petra Ohlendorf, die als Oberärztin der Psychotherapiestation an der Inn-Salzach-Klinik in Freilassing tätig ist und als Konsiliarärztin auch Patienten an der Salzachklinik in Fridolfing betreut. Thema des Vortrags war: "Wege aus der Schlaflosigkeit." Eingangs erklärte Frau Ohlendorf den mehr als 60 Besuchern die einzelnen Schlafphasen wie z. B. die Leichtschlafphase, die Tiefschlafphase oder das REM-Stadium, bei dem man intensiv träumt. Während einer Nacht wechseln sich diese Phasen immer wieder ab. Anschließend erläuterte Fr. Ohlendorf die verschiedenen Formen von gestörtem Schlaf. Egal ob man Probleme hat, einzuschlafen oder nachts wach wird und dann keinen Schlaf mehr findet, oder ob man tagsüber plötzlich wegnickt, weil man so müde ist - alle diese Schlafstörungen können den Alltag und das Wohlbefinden massiv beeinflussen.

Aber auch gesundheitliche Probleme sind häufig die Folge von Schlafstörungen. Dazu gehören u. a. Gewichtszunahme, Diabetes, Stimmungstiefs oder ein gestörter Energiehaushalt. Frau Ohlendorf war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Einnahme eines Schlafmittels immer erst die letzte Alternative sein darf. Vorher soll stets eine nicht medikamentöse Therapie versucht werden. Dazu gehören zahlreichen Maßnahmen unter dem Begriff "Schlafhygiene". Regeln der Schlafhygiene sind z. B. tagsüber kein Nickerchen zu machen, das länger als 20 Minuten dauert; regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten (auch am Wochenende); keine koffeinhaltigen Getränke nach dem Mittagessen; regelmäßige körperliche Aktivität, aber niemals kurz vor dem zu Bett gehen usw. Außerdem gab Frau Ohlendorf den Tipp, im Schlafzimmer die Uhr zu entfernen. Wenn man nicht schlafen kann bzw. nachts wach wird und nicht wieder einschlafen kann, dann soll man nach "gefühlten" 10 Minuten aufstehen und sich mit einer ruhigen Tätigkeit beschäftigen. Erst wenn man das Gefühl hat, wieder richtig müde zu sein, soll man zurück ins Bett gehen. Hilfreich sind auch Entspannungs- und Atemübungen. Außerdem soll man abends helles Licht vermeiden, weil dadurch die falschen Signale ans Gehirn gesendet werden. Menschen mit Schlafstörungen sollen darauf achten, im Bett weder zu fernsehen, zu lesen oder zu essen. Das Gehirn lernt so, mit dem Bett nur "Schlafen" in Verbindung zu bringen. Wenn all diese Möglichkeiten der Selbsthilfe nicht wirken und der Leidensdruck unerträglich ist, dann kann man sich ärztliche Hilfe holen. Dabei soll der Arzt erst nach einem ausführlichen Gespräch und einer genauen Anamnese ein Schlafmittel verschreiben, das, wenn möglich, nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden soll. Frau Ohlendorf warnte davor, dass vor allem Medikamente mit Benzodiazepinen zur Abhängigkeit führen können. Nach den theoretischen Ausführungen der Referentin wurden noch einige praktische Atem- und Entspannungsübungen durchgeführt und Frau Ohlendorf nahm sich viel Zeit für die Fragen der interessierten Zuhörer.