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Darmspiegelung in der Salzachklinik

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Deshalb klärt die Salzachklinik über die Entstehung, Behandlung und Vorbeugung auf. Zur Vorbeugung zählt unter anderem die Darmspiegelung. Lesen Sie hier mehr zum Ablauf der Untersuchung und den fortschrittlichen Methoden der Salzachklinik.

Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge

Häufigkeit - Entstehung - Heilungschancen - Vorbeugung

Zweck einer Darmspiegelung

Ausstülpungen (Divertikel) und Entzündungen der Darmwand, Anomalien der Blutgefäße, Dickdarmpolypen (Vorstufe zum Darmkrebs) und Darmkrebs lassen sich bei einer endoskopischen Untersuchung feststellen.

Häufigkeit von Darmkrebs

Nach dem Prostatakrebs und dem Brustdrüsenkrebs ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebsart. Jeder siebzehnte in Deutschland erkrankt an Darmkrebs.

Entstehung von Darmkrebs und Heilungschancen

Zu Beginn entsteht eine kleine Wucherung der Schleimhaut. Über immer größer werdende Polypen vermehren sich dann die krankhaft veränderten Zellen zum Krebs.

Je nach Entwicklungsstadium besteht eine hohe Heilungschance oder eine niedrige. Deshalb empfiehlt Dr. Gotthardt, rechtzeitig zur Vorsorge zu gehen. Ab dem Alter von 55 Jahren und anschließend alle 10 Jahre sollte eine Untersuchung durchgeführt werden.

Vorbeugung von Darmkrebs

Die Ernährung ist bei der Darmkrebsvorsorge besonders zu beachten. Man sollte nicht zu viel tierisches Fett, Eiweiß, Zucker und Alkohol zu sich nehmen. Ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffe und Bewegung beugen den Darmkrebs vor. Die regelmäßige Stuhlentleerung ist wichtig, um krebserregende Stoffe möglichst schnell zu beseitigen. Ein normales Körpergewicht und Verzicht auf Rauchen ist ratsam. 

Vortrag Darmkrebsvorsorge Dr. Gotthardt

"Lass Darmkrebs nicht dein Schicksal sein"

Am Donnerstag, den 1. März, informierten Dr. Matthias Gotthardt, Gastroenterologe und Internist an der Salzachklinik, und Frau Maria Stadler, Ernährungsberaterin der Salzachklinik, zum Thema Darmkrebs. Während Dr. Gotthardt den Zuhörern die Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs näherbrachte, gab Maria Stadler einige hilfreiche Tipps und Empfehlungen zur vorbeugenden Ernährung. Die Veranstalter ließen sich von der Aktion der Felix Burda Stiftung inspirieren. Unter dem Motto "Lass Darmkrebs nicht dein Schicksal sein" ruft die Stiftung zur Darmkrebsvorsorge auf.

Zahlreiche Besucher - die Cafeteria platzte aus allen Nähten

70 Besucher kamen in die Cafeteria der Salzachklinik, um sich über die Vorsorge von Darmkrebs zu informieren. Einige der Zuhörer mussten stehen. Manche gingen wegen zu wenig Platz wieder mit dem festen Vorsatz, nächstes Jahr wieder zu kommen. Die Zuhörerzahl übertraf weit die Erwartungen von Dr. Gotthardt und Frau Stadler. Sie freuten sich sehr über das große Interesse.

Dr. Gotthardt klärte über die Vorsorge auf - Betreten eines Untersuchungsraumes als Highlight für die Besucher

Dr. Gotthardt zeigte anhand von Bilden, Videosequenzen und Grafiken die menschliche Verdauung. Er klärte die Zuhörer über die heutigen Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge auf. Dazu nahm Dr. Gotthardt alle Teilnehmer in den Untersuchungsraum der Salzachklinik mit und erklärte dort den Ablauf einer Darmspiegelung. Die endoskopische Untersuchung bietet sich auch zur Feststellung von Ausstülpungen (Divertikel) und Entzündungen der Darmwand an. Darmkrebs beginnt mit einer kleinen Wucherung an der Schleimhaut. Über immer größer werdende Polypen vermehren sich die krankhaft veränderten Zellen zu Krebs.

Er legte den Zuhörern ans Herz, regelmäßig zur Vorsorge zu kommen. Bei einer rechtzeitigen Erkennung liegen die Heilungschancen bei 90%. Dr. Gotthardt empfiehlt ab 55 Jahren, sich alle zehn Jahre untersuchen zu lassen. Bei familiärer Vorbelastung sollte die Person zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten zur Vorsorge kommen, jedoch spätestens mit 50.

Der Gastroenterologe empfehlen sich zur Vorbeugung wenig tierische Fette, ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffen und viel Bewegung. Die Besucher stellten im Anschluss allerhand Fragen, die Dr. Gotthardt mit Freude und Bravour beantwortete.

Darmkrebs mit der richtigen Ernährung vorbeugen - Tipps von Maria Stadler

Die Teilnehmer stellten auch Frau Stadler zahlreiche Fragen. Um Dickdarmkrebs vorzubeugen, empfiehlt die Ernährungsberaterin eine abwechslungsreiche Kost. "Sie sollte schonend und schmackhaft zubereitet sein und statt Salz mit Kräutern und Gewürzen verfeinert werden", erklärte Frau Stadler.

Vor allem sollte man darauf achten, wenig Zucker zu sich zu nehmen. Oft verstecken sich hinter chemischen Begriffen auf Zutatenlisten Stoffe, die mit Zucker gleichzusetzen sind. Dazu gehört z. B. Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose, Maltrodextrin und Gerstenmalzextrakt.

Als Alternative zum Weizenmehl bietet sich Dinkel Vollkornmehl an. Es enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weizen. Beim Öl sollte man zu Leinöl greifen. Es hat viele OMEGA 3 Fettsäuren, die für die menschliche Gesundheit sehr wichtig sind. Sie verbessern die Blutfettwerte und sind gesund für das Gehirn.

Gespräch mit Maria Stadler, Ernährungsberaterin

Richtige Ernährung zur Darmkrebsvorsorge

Frage: Wie sollte ich mich ernähren, um Dickdarmkrebs vorzubeugen?
Frau Stadler: Abwechslungsreiche Kost bietet sich an. Sie sollte schonend und schmackhaft zubereitet sein. Statt Salz sollte häufiger zu Gewürzen und Kräutern gegriffen werden.

Frage: Zählt Müsli zu gesunder Ernährung oder zu ungesunder Ernährung?
Frau Stadler: Hier unbedingt auf die Zutatenliste schauen. Zuviel Zucker schadet und macht dick. Alleine für Zucker gibt es 50 verschiedene Bezeichnungen: Dextrose, Glucose, Saccharose oder Fruktose, Maltodextrin, Gerstenmalzextrakt sind z. B. alles andere Namen für Zucker.

Frage: Welches Mehl ist empfehlenswert?
Frau Stadler: Eine gute Alternative zum Weizenmehl ist Dinkel Vollkornmehl. Es hat mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weizen.

Frage: Welches Öl ist besonders empfehlenswert?
Frau Stadler: Sehr gesund ist Leinöl, es hat viele OMEGA 3 Fettsäuren und die sind für die menschliche Gesundheit unverzichtbar, z. B. verbessern sie die Blutfettwerte und sind Futter fürs Gehirn.

Ablauf Darmspiegelung

Problemlos innerhalb von zwei Tagen

Die Untersuchung erfolgt innerhalb von zwei Tagen. Am Vortag nimmt der Patient 1,5 Liter Abführflüssigkeit zu sich. Vor einigen Jahren waren 4 bis 5 Liter der Flüssigkeit nötig. Zusätzlich zu der Flüssigkeit werden vier Tabletten mit einem Getränk zum Nachspülen verabreicht.

Am folgenden Tag kommt der Patient für die Untersuchung ins Krankenhaus. Er zieht eine spezielle Untersuchungshose an und bekommt dann ein Schlafmittel. Nach 20 Minuten ist die Untersuchung schon vorbei.

24 Stunden nach der Darmspiegelung darf der Patient nicht Autofahren. Im Idealfall lässt sich dieser nach der Untersuchung von jemandem abholen. Alternativ ist ein Taxi möglich. Ein 24-stündiges Fahrverbot aufgrund der Narkose schützt den Patienten vor Unfällen.

Zwei Tage später erhält der Patient telefonisch das Ergebnis der Untersuchung.

Der CO2-Insufflator

Senken der Beschwerden nach der Dickdarmspiegelung

Entfaltung des Darms durch Raumluft

Während einer Darmspiegelung gibt das Endoskop Luft in den Darm. Dadurch entfaltet sich dieser und die Schleimhautoberfläche lässt sich besser beurteilen. Nach der Untersuchung wird die Luft wieder abgesaugt. Bei diesem Prozess bleiben oftmals Luftreste zurück, was für den Patienten ein Völlegefühl oder sogar krampfhaft Beschwerden bedeutet.

Kohlendioxid statt Raumluft bei der Darmspiegelung in der Salzachklinik

Mithilfe des neuen CO2-Insufflators wird der Darm nun statt Raumluft mit Kohlendioxid entfaltet. Das CO2 reduziert Darmblähungen. Studien ergeben sogar eine bis zu 90%ige Minderung der oben genannten Beschwerden.

Die Darminnenhäute nehmen Raumluft nur sehr schlecht auf. Hingegen CO2 nehmen die Innenhäute 150mal schneller auf und leiten es in die Lunge weiter, wo es dann ausgeatmet wird. So entbläht sich der Darm noch bevor der Patient wach wird und es entstehen kaum bis keine Beschwerden.

Der Förderverein der Salzachklinik stellte die finanziellen Mittel für das Gerät komplett zur Verfügung.

HiLine-Video-Koloskop

Hochauflösende Bilder bei der Dickdarmspiegelung

Neuste Spezialtechnologie bei Koloskopie

Das neue HiLine-Video-Kinderkoloskop ist die neuste Anschaffung der Salzachklinik. Es ist besonders flexibel und lässt sich so ideal bei Kindern und schlanken Patienten einsetzen. Das Gerät liefert extrem hochauflösende Bilder, was die Diagnose um einiges vereinfacht. Im Vergleich zu älteren Modellen ist jetzt eine größere Abwinkelung möglich. So wird eine noch bessere und exaktere Diagnostik beim Aufspüren eventuell vorhandener Polypen erreicht. Die Gewebeentnahme und die zielgenaue Abtragung von Polypen wird einfacher.

Das HiLine-Video-Koloskop hat insgesamt einen Wert von 22.600 €. Hiervon übernahm der Förderverein der Salzachklinik 15.000 €.

Aufenthalt in der Salzachklinik

Patientenfreundliche Räume in der Endoskopie

Neue Räume in der Endoskopie

Die Räume der Endoskopie erstrahlen schon seit mehreren Jahren in neuem Licht. Neue Böden wurden verlegt und eine neue Wand- und Deckengestaltung wurden vorgenommen. Neue Möbel und Bildschirme schaffen ein angenehmes Ambiente für Patienten und Ärzte.

Salzachklinik technisch auf dem Niveau von Kreiskliniken

Modernste Prozessortechnologie ermöglicht es, Tumore und Geschwüre durch Aufhellung, Farbintensivierung, Farbkontrastierung und Vergrößerung genauestens zu untersuchen und zu beurteilen. So gewährt die Salzachklinik den Patienten eine so schonende Untersuchung im Magen- und Darmbereich wie man sie sonst nur aus Kreiskliniken kennt.

Die Ärzte untersuchen mit einer bestens ausgestatteten Endoskopieanlage. Sie ermöglicht HD+-Qualität. Mittlerweile erfolgen in der Klinik mehr als 1000 endoskopische Untersuchungen pro Jahr.